Die Europäischen Bildungssysteme bemühen sich seit langem um gleiche Lernmöglichkeiten für alle Lernenden. Die Förderung von Chancengleichheit für Mädchen und MigrantInnen war hierbei traditionell ein zentrales Anliegen, Chancengleichheit für Buben ist ein eher neues Element wird jedoch mehr und mehr zum Thema von großer Bedeutung. In ganz Europa besteht der Bedarf nach spezieller Aufmerksamkeit auf die Grundbildung von heranwachsenden Buben, denn diese Gruppe erscheint als risikoreich.

  • Buben haben die niedrigsten Werte bei standardisierten Lesetests.
  • Buben haben eine 3 bis 5 mal höhere Wahrscheinlichkeit eine Leseschwäche zu etablieren als Mädchen.
  • Buben dominieren die Teilnehmer bei Leseförderungsklassen.
  • Buben haben eine 50% höhere Wahrscheinlichkeit eine Klasse zu wiederholen als Mädchen.
  • Buben bilden die überwältigende Mehrheit von Bildungsabbrechern und Delinquenten (Brozo, 2010; PISA, 2012).

Unzählige Studien verbinden das schlechte akademische Abschneiden von älteren Buben mit ihrer schlechten Leseleistung und betonen, dass Buben in der Sekundarstufe jene sind, die zumeist Lesen als langweilig bezeichnen, es schwer ist, interessante Bücher zu finden und dass sie ohnehin nur in der Schule lesen. Nachdem „engagierte LeserInnen eine größere Chance haben in der Schule zu verbleiben, ihre Karriere und Lebensmöglichkeiten zu erweitern und zu selbstständigen Erwachsenen zu reifen“ (Brozo 2010) besteht großer Bedarf, die Leselust von Buben als Priorität zu definieren.